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Kloster Mariensee

 

Das Kloster Mariensee ist ein evangelisches Frauenkloster in Mariensee. Es ist eines der fünf Calenberger Klöster, die von der Klosterkammer Hannover verwaltet werden.

Kloster Mariensee

Geschichte

Das Kloster Mariensee wurde um 1207 als Zisterzienserinnenkloster von Graf Bernhard II. von Wölpe gegründet und mit großem Landbesitz ausgestattet. Die Nonnen lebten weltabgeschieden in Klausur. Durch Besitzungen in der befestigten Altstadt von Hannover konnten die vom Kloster erzeugten landwirtschaftlichen Produkte leichter verkauft werden. Die Erlöse ermöglichten den Bau einer Saalkirche aus Backstein. Nachdem das Geschlecht derer von Wölpe um 1300 erlosch, ging ihr Erbe durch Kauf an die Welfen. Dadurch verschlechterten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Klosters. Auch die strengen Ordensregeln wurden weniger beachtet. Reformversuchen gegen den Sittenverfall durch Herzog Wilhelm von Calenberg und seinen Klosterreformator Johannes Busch im Jahre 1430 widersetzten sich die Nonnen zunächst.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1543 nicht aufgelöst, sondern im evangelischen Sinne weiter geführt. Das Klostervermögen wurde getrennt verwaltet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Klosteranlage geplündert und teilweise zerstört. 1720 gab es einen Großbrand, der das mittelalterliche Klostergebäude komplett vernichtete. Damit war die Kirche das einzige Gebäude aus der Gründerzeit.

In der Regierungszeit von König Georg II. wurde das Konventgebäude als Vierflügelanlage im Stil des norddeutschen Barock wieder aufgebaut. Gleichzeitig wurden die Innenausstattung der Kirche barockisiert – ebenso wie ihr Dachreiter, der in zisterziensischen Klöstern anstelle des Glockenturms steht. Der neue Bau entsprach im Grundriss der Bauordnung der Zisterzienser, jedoch ermöglichten nun einzelne Wohneinheiten die individuelle Haushaltsführung der Klosterfrauen.

Kloster Mariensee

1867 erhielt die Kirche eine Umgestaltung durch einen Schüler des hannoverschen Baumeisters Conrad Wilhelm Hase, die ihr das heutige Aussehen verlieh.

Heute

Wie seit 800 Jahren leben auch heute Frauen in geistlicher Gemeinschaft im Kloster Mariensee. Seit dem Jahr 2003 leitet Äbtissin Bärbel Görcke das Kloster. Im Jahr 2001 ließ die Klosterkammer Hannover unter dem Klosterdach das Klahn-Museum mit Werken des niedersächsischen Künstlers Erich Klahn (1901–1978) errichten. Seit 2007 dokumentiert das Klostermuseum die Geschichte der evangelischen Frauenklöster in Niedersachsen. Außerdem werden im Kloster Konzerte, Ausstellungen, Einkehrtage und Seminare veranstaltet. Klösterliche Gastfreundschaft bietet den Gästen an den Sommerwochenenden auch ein Klostercafé.

Personen

Rechts von der Auffahrt zum Kloster befindet sich ein Gedenkstein für den volkstümlichen Dichter Ludwig Hölty (1748–1776). Im Kloster selbst erinnert eine literarische Gedenkstätte die Hölty-Stube an ihn.

Kloster Mariensee

Weblinks

Quelle:

Die obige Beschreibung stammt aus dem Wikipedia-Artikel „Kloster Mariensee“, welcher gemäß CC-BY-SA lizensiert wurde. Die vollständige Liste der Autoren ist hier zu finden. Gemeinschaftsseiten werden nicht unbedingt von den dazugehörigen Personen oder Organisationen befürwortet oder unterstützt.

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