Menü

Wunstorf (Kernstadt)

 

Geschichte

Der Name der Stadt leitet sich von der frühen Dorfsiedlung „Wonherestorpe“ (um 700) ab. Das Kloster "Vuonherestorp" stellt Ludwig der Deutsche am 14. Oktober 871 unter Königschutz, indem der König das von Bischof Theoderich von Minden mit seiner Zustimmung gegründete Kanonissenstift in Wunstorf die Immunitätsrechten verleiht.

Wunsdorf Merian

1181 wird "Wunstorf" als "civitas" erwähnt; ein Graf von Wunstorf wird erstmals 1235 in einer Urkunde erwähnt. 1261 erhalten die Einwohner vom Mindener Bischof "für Treue und Gehorsam" das Recht der Stadt Minden. Im Mittelalter besaßen die Grafen von Roden in Wunstorf die Vogteirechte. 1446 verkaufen die Grafen von Wunstorf ihre Grafschaft an den Bischof von Hildesheim.

1570 stecken Ortjes Dove und seine Helfer ihre Stadt an zahlreichen Stellen gleichzeitig an. Von 700 Gebäuden bleiben nur 208 verschont. 1624 plündert Tilly die Stadt. Eine Dragoner-Regiments des Prinzen von Wales macht die Stadt 1788 zur Garnison. Vom Sommer 1803 bis Oktober 1805 nehmen französische Truppen in der Stadt Quartier. Danach marschieren Preußen, Schweden, Engländer und Franzosen nacheinander ein. Bis 1813 erfolgt die kommunale Verwaltung durch einen Maire. Danach rücken für zwei Jahre russische Truppen ein.

1847 wird Wunstorf zum Bahnknotenpunkt der Bahnstrecken Hannover–Minden und Wunstorf–Bremen.

Am 3. März 1935 wird Wunstorf Wehrmachtsgarnison. Da 1936 das Jagdgeschwader 2 "Boelcke" auf dem neuen Fliegerhorst stationiert ist, wird Wunstorf zu einer der Ausgangsbasen der Legion Condor. 7. April 1945: Einmarsch der Alliierten und Übernahme des Fliegerhorst Wunstorf durch die Royal Air Force.
1948/49 Einbindung des Fliegerhorstes in die Berliner Luftbrücke.

Bauwerke

Evangelische Stiftskirche

Wunstorf 2277

<St. Cosmas und Damian ist eine kreuzförmige, dreischiffige Gewölbebasilika mit Westturm, deren älteste Teile aus dem 11. Jahrhundert stammen. 1853-59 wurde der Bau umfassend erneuert.

Stadtkirche

Wunstorf

St. Bartholomaei (auch Marktkirche genannt). Von einem Bau aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhundert blieben bis heute der Turm und der Chorraum bestehen. Das Langhaus wurde um 1700 als schlichte Saalkirche erneuert. Das 1989 restaurierte Innere weist noch einige ältere Ausstattungsstücke auf, darunter eine spätgotische Triumphkreuzgruppe vom Ende des 15. Jahrhunderts und eine 1520 entstandene Madonnenstatue. Die polygonale Kanzel ist 1640 und 1642 datiert.

Rathaus

Wunstorf

Das alte, ursprünglich neben dem ehemaligen Ratskeller gelegene Rathaus wurde 1870 abgebrochen. 1904 entstand der noch heute bestehende Neubau an der Ecke Südstraße in romanisierenden Formen. Die Giebel und die Ecktürmchen zeigen gotisierende Formen.

Ratskeller

Um 1520/21 wurde der ehemalige Ratskeller in seiner jetzigen Form errichtet. Die ältesten Gebäudeteile des zweigeschossigen Fachwerkbaus mit Satteldach stammen jedoch bereits von 1501. Im Kellerbereich blieb ein tonnengewölbter Raum erhalten, der bereits im 14. Jahrhundert entstanden sein dürfte. 1735 wurde ein Anbau für den Wunstorfer Stadtvogt erstellt, der hier eine Amtswohnung erhielt. Dieser wurde im Zuge der ab 1987 durchgeführten Sanierung zugunsten eines verputzten Neubaus abgebrochen. Die massiven Stützpfeiler an der Längsseite wurden im 19. Jahrhundert eingebaut, um dem Bau zusätzliche Stabilität zu verleihen.

Ehemalige Abtei

Wunstorf

Wasserzucht 1. Der zweigeschossige Fachwerkbau wurde dendrochronologisch auf das Jahr 1518 datiert. 1710 wurde das Dach verändert und der First um 90 Grad gedreht. Aus dieser Zeit stammt auch der seitliche Anbau. Bei der 1985-87 durchgeführten Sanierung erhielt das Dach wieder seine frühere Ausrichtung, außerdem wurden die ursprünglichen Steilgiebel rekonstruiert.

Wasserzucht

Wunstorf

Bürgerhäuser

Die Lange Straße wurde einstmals von giebelständigen Fachwerkbauten gesäumt, von denen nach Abbrüchen und Sanierungsmaßnahmen nur wenige überliefert sind. 

Wunstorf

Vielfach wurden die Erdgeschosse durch Ladeneinbauten verändert. In jüngster Zeit kam es zu erheblichen Eingriffen in die historische Bausubstanz: 2009 wurde das ehemalige Möbelhaus Kruse (Lange Straße 52), ein stattliches Fachwerkhaus mit mehrfach vorkragendem Giebel von 1687 abgebrochen und durch einen Geschäftsneubau (C & A) ersetzt. Im Herbst des darauf folgenden Jahres verschwand mit dem Haus Herborth (Lange Straße 36, „Altstadtgrill“) eines der ältesten Häuser der Stadt (Kern 16. Jh.). Mittlerweile ist es dem historisch interessierten Besucher der Stadt kaum noch möglich, die ursprüngliche bauliche Situation dieses bedeutenden Straßenzuges nachzuvollziehen, zumal weitere Fachwerkhäuser verfallen und vom Abbruch bedroht sind.

Adelshöfe

Der Bereich südlich und nördlich der Langen Straße war ursprünglich den Adelshöfen vorbehalten. In jüngster Zeit wurden diese nur locker bebauten und von größeren Freiflächen geprägten Bereich stark überformt. Von den Höfen blieben nurmehr drei erhalten:

  • An der Wassermühle 2 (Adelshof von Hauss). Schlichter zweigeschossiger Fachwerkbau mit hohem Walmdach, vermutlich noch vor 1800 entstanden.
  • Mittelstraße 3 (Lenthescher Burgmannenhof, heute „Hotel am Burgmannshof“). Das im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammende Fachwerk-Dielenhaus wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts traufseitig erweitert und 1911 zum Teil massiv erneuert. Bis 2009 wurde der Bau umfassend saniert und in ein Hotel umgewandelt. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde das Mauerwerk weitgehend ausgetauscht und der seitliche Anbau erhöht.
  • Stiftsstraße 12, das Hollesches Haus (auch Röbbigsturm genannt) wurde für den herzoglichen Obristen Johann von Holle nach einem Brand 1569 errichtet. Es ist als dreigeschossiger Wohnturm der älteste profane Steinbau Wunstorfs und diente im 19. Jahrhundert als Kornspeicher des Stifts und von 1883 bis 1907 als Wunstorfer Rathaus.

Impressionen

Wunstorf Wunstorf 2295 Wunstorf 2281 Wunstorf 2324 Wunstorf 2312 Wunstorf 2314

Weblinks

Quelle:

Die obige Beschreibung stammt aus dem Wikipedia-Artikel „Wunstorf“, welcher gemäß CC-BY-SA lizensiert wurde. Die vollständige Liste der Autoren ist hier zu finden. Gemeinschaftsseiten werden nicht unbedingt von den dazugehörigen Personen oder Organisationen befürwortet oder unterstützt.

Wappen Wunstorf

Wunstorf

Zum Seitenanfang